Wie viele Pizzen pro Tag verkaufen, um davon zu leben?

Aktualisiert am 7. Oktober 20267 Min. LesezeitRomain Ferrand — Pizzaiolo, 12 Jahre im Foodtruck und im Restaurant

Eine magische Zahl gibt es nicht, aber klare Größenordnungen. Ein Pizza-Foodtruck, den Sie allein betreiben, muss rund 25 Pizzen pro Tag verkaufen, um die Kosten und einen bescheidenen Gewinn zu decken, und 35 oder mehr, um gut davon zu leben. Ein kleiner Lieferservice mit Abholung und zwei Minijobbern braucht etwa 55 bis 65 Pizzen pro Tag. Gut gehende Pizzerien mit Gastraum verkaufen am Wochenende 100 bis 200 Pizzen pro Abend.

Die Formel: Wie viele Pizzen pro Tag muss eine Pizzeria verkaufen?

Ihre Zahl ergibt sich aus einer Zeile:

Pizzen pro Tag = (monatliche Fixkosten + Ihr Unternehmerlohn) ÷ (Öffnungstage im Monat × Deckungsbeitrag pro Pizza)

Entscheidend ist der letzte Teil. Der Deckungsbeitrag pro Pizza ist nicht der Preis auf der Karte: Es ist der Nettopreis, minus Wareneinsatz, minus variable Kosten (Karton, Kartengebühren und die Provision, wenn die Bestellung über Lieferando, Wolt oder Uber Eats kommt).

Beispiel für eine Pizza, die für 10 € verkauft wird:

  • Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie dauerhaft 7 % Mehrwertsteuer, im Lokal wie zum Mitnehmen (Getränke bleiben bei 19 %). 10 € brutto sind also 9,35 € netto.
  • Wareneinsatz von 28 % des Nettopreises: 2,62 €.
  • Karton und Kartengebühren: rund 0,45 €.
  • Deckungsbeitrag pro Pizza: rund 6,28 €.

Rechnen Sie nicht mit 26 Öffnungstagen. Ziehen Sie Urlaub, Ruhetag und beim Foodtruck verregnete Abende ab. Wer sechs Tage pro Woche öffnet und vier Wochen Urlaub macht, kommt im Schnitt auf 24 Tage im Monat; ein Foodtruck mit fünf Einsätzen pro Woche eher auf 20.

Drei Rechenbeispiele

Pizza-Foodtruck allein, Einzelunternehmen

Fixkosten von rund 1.400 € im Monat: Finanzierung oder Leasing des Fahrzeugs (600 €), Versicherungen inklusive Betriebshaftpflicht (180 €), Diesel, Gas und Aggregat (300 €), Standgebühren (100 €), Steuerberater, Konto, Kasse und Telefon (220 €).

Für 1.800 € Gewinn im Monat: (1.400 + 1.800) ÷ (20 × 6,28) = 26 Pizzen pro Abend. Für 3.000 € Gewinn: 35 Pizzen pro Abend. Von diesem Gewinn gehen als Selbstständiger noch Kranken- und Pflegeversicherung (oft mehrere hundert Euro im Monat) und Einkommensteuer ab. Die Zahl liegt genau in dem Bereich, den Foodtruck-Betreiber in Foren als Minimum nennen, um „den Wagen am Leben zu halten“: 20 bis 25.

Abhol- und Lieferpizzeria, Inhaber plus zwei Minijobber

Miete 1.500 €, Energie 800 € (der Ofen läuft jeden Abend), Kreditrate 800 €, sonstige Kosten (Versicherungen, Steuerberater, Kassensystem mit TSE, Wartung, Müll) 900 €: 4.000 € Fixkosten. Zwei Minijobber an der Verdienstgrenze von 603 € kosten mit den Pauschalabgaben von rund 30 % zusammen etwa 1.570 €. Der Inhaber will 2.500 € Gewinn. Zusammen: 8.070 € im Monat.

Mit 6,28 € Deckungsbeitrag und 24 Tagen: 8.070 ÷ (24 × 6,28) = 54 Pizzen pro Tag. Ein Mittagstisch kann davon einen Teil tragen: Für viele Pizzerien in Gewerbe- und Innenstadtlagen ist die Mittagszeit eine zweite Spitze, die den Abend entlastet.

Derselbe Betrieb, 30 % der Bestellungen über Lieferando

Liefert die Plattform selbst aus, liegt die Provision bei rund 30 %, also etwa 3 € auf eine Pizza für 10 €. Der Deckungsbeitrag dieser Pizzen fällt auf 3,28 €, der Durchschnitt auf 5,38 €. Jetzt brauchen Sie 63 Pizzen pro Tag für genau denselben Gewinn: neun mehr, jeden Tag.

Benötigte Pizzen pro Tag: Rechenbeispiele 2026
BetriebKosten + Gewinn / MonatDeckungsbeitragTage / MonatPizzen / Tag
Foodtruck allein (1.800 €)3.200 €6,28 €2026
Foodtruck allein (3.000 €)4.400 €6,28 €2035
Abhol-/Lieferpizzeria8.070 €6,28 €2454
Dieselbe, 30 % via Lieferando8.070 €5,38 € (Schnitt)2463

Pizza für 10 € brutto, 7 % MwSt., Wareneinsatz 28 % netto. Vor Einkommensteuer und Krankenversicherung des Inhabers.

Was Lieferplattformen Sie wirklich kosten, mit Ihren Zahlen

Wie viele Pizzen verkauft eine Pizzeria wirklich pro Tag?

Die besten echten Zahlen stehen in Pizzaiolo-Foren, weil dort Betreiber ihre Abende ohne Schönfärberei schildern. Die meistzitierten Erfahrungsberichte stammen von französischen Kollegen, der Verlauf ist aber überall gleich:

  • Erster Abend eines Foodtrucks: 30 Pizzen, fast alle in einer eineinhalbstündigen Spitze, drei Bestellungen abgelehnt.
  • Nach einem Monat: 15 Pizzen an schwachen Abenden, 30 an den besten.
  • Etablierter Foodtruck: 40 Pizzen an ruhigen Abenden, über 100 an starken; auf guten Standplätzen in Kleinstädten und Dörfern 60 bis 100 pro Abend.
  • Allein eröffnete Abholpizzeria: 6 Pizzen pro Abend im ersten Monat, einige Monate später 40, geöffnet 18 bis 22 Uhr an sieben Tagen. Die etablierte Konkurrenz im selben Gespräch kam auf 200 bis 400 pro Abend.

Das Wochenende wiegt viel schwerer als die Woche. Eine Planung mit „jeden Tag 55 Pizzen“ ist falsch: Realistischer sind 35 bis 40 von Montag bis Donnerstag und 80 oder mehr von Freitag bis Sonntag.

Diese Menge in einen Businessplan für die Pizzeria übertragen

Ihre Grenze ist der Ofen und die Stoßzeit, nicht die Nachfrage

Der Großteil der Abendpizzen geht in rund zwei Stunden raus, in Deutschland meist zwischen 18 und 20.30 Uhr. Ihre Tageszahl hängt also weniger von der Nachfrage ab als von der Kapazität: Pizzen pro Viertelstunde × Viertelstunden in der Spitze, plus was Sie davor und danach verkaufen.

Pizzabäcker schätzen das so: allein 5 bis 8 Pizzen pro Viertelstunde (5 bis 6, wenn Sie auch Telefon und Kasse machen), mit Hilfe 9 bis 11. In zwei Stunden Spitze schafft eine Person also 40 bis 64 Pizzen, ein ganzer Abend endet bei etwa 60 bis 80.

Der Abstand zwischen der nötigen und der möglichen Zahl entscheidet, ob das Konzept trägt. Ein Foodtruck, der 26 braucht und 70 schafft, hat Luft. Eine Pizzeria, die 63 braucht und einen Pizzabäcker mit Vier-Pizzen-Ofen hat, hat keine: Jeder verregnete Dienstag und jede verpatzte Stoßzeit kostet direkt Geld.

Wie viele Pizzen pro Stunde, allein oder zu zweit

Mehr Werbung hilft selten, denn die zusätzlichen Bestellungen kommen zur selben Zeit wie alle anderen. Was hilft, ist die Spitze zu glätten: vorab Bestellungen annehmen, sie auf 15-Minuten-Zeitfenster verteilen, die voll, aber nicht überladen sind, und um 19.30 Uhr keine Kunden mehr abweisen (siehe auch unseren Ratgeber zu Bestellungen in Stoßzeiten).

Ihre Seite kann vor dem Abendgeschäft online sein

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Den Deckungsbeitrag erhöhen statt die Menge

In der Formel zählt der Deckungsbeitrag so viel wie die Menge, und er lässt sich meist leichter bewegen:

  • Belagmengen. Bei 50 Pizzen am Tag, sechs Tagen pro Woche und 45 Wochen im Jahr backen Sie 13.500 Pizzen. 40 g Mozzarella weniger pro Pizza sind 540 kg Käse, rund 3.000 € im Jahr, ohne dass der Gast es merkt.
  • Der Preis. 1 € mehr auf eine Pizza für 10 € hebt den Deckungsbeitrag von 6,28 auf 7,21 € und senkt den Bedarf der Pizzeria von 54 auf 47 Pizzen pro Tag. Mehr dazu: Pizzapreise kalkulieren.
  • Getränke und Desserts. Eine Dose Cola, die 0,50 € kostet und für 2,50 € verkauft wird, lässt trotz 19 % MwSt. rund 1,60 € übrig und braucht keinen Platz im Ofen.
  • Direkte Bestellungen. Jede Bestellung, die von der Plattform zu Ihrem Telefon oder Ihrer Website wandert, bringt rund 3 € zurück.

Umsatz, Pizzen oder Lebensqualität?

In Foren wird aus „wie viele Pizzen“ schnell eine Frage, wie man leben will. Manche peilen 200 Pizzen pro Abend mit Team an, andere wollen „40 Pizzen am Abend, ohne Rückenschmerzen, ohne Angestellte“. Berichte von Erschöpfung nach einem ersten Jahr mit sieben Abenden pro Woche gibt es viele.

Unsere Meinung: Legen Sie Ihre Zielzahl vom gewünschten Einkommen und von den Abenden aus fest, die Sie arbeiten wollen, nicht umgekehrt. Ein Foodtruck mit 35 Pizzen an fünf Abenden und sauberem Deckungsbeitrag ernährt seinen Inhaber oft besser als eine Pizzeria mit 80 Pizzen, von denen die Hälfte über Lieferando läuft.

Berechnen Sie Ihre eigene Zahl

Sie brauchen drei Werte: monatliche Fixkosten (Miete, Kredit, Versicherungen, Energie, Steuerberater), den Gewinn, den Sie brauchen, und Ihren Deckungsbeitrag pro Pizza (Nettopreis − Wareneinsatz − Karton und Gebühren).

Break-even Ihrer Pizzeria berechnen

Häufige Fragen

Wie viele Pizzen muss eine Pizzeria pro Tag verkaufen?

Teilen Sie Fixkosten plus Unternehmerlohn durch Öffnungstage mal Deckungsbeitrag pro Pizza. In der Praxis: rund 25 pro Tag für einen Foodtruck allein, 55 oder mehr für eine kleine Abhol- und Lieferpizzeria mit Aushilfen.

Was verdient ein Pizzeria-Besitzer pro Pizza?

Beim Foodtruck mit 25 bis 35 Pizzen pro Abend bleiben etwa 3,50 bis 4,30 € pro Pizza als Gewinn, vor Steuern und Krankenversicherung. Miete, Personal oder Plattformprovisionen senken das deutlich.

Wie viele Pizzen verkaufe ich im ersten Monat?

Deutlich weniger als geplant. Betreiber berichten von 6 bis 15 Pizzen pro Tag am Anfang, mit einem Aufbau über mehrere Monate. Halten Sie Reserven für diese Zeit.

Was begrenzt, wie viele Pizzen ich pro Tag verkaufen kann?

Die Kapazität in der Stoßzeit. Die meisten Bestellungen kommen in zwei Stunden, und allein schaffen Sie 5 bis 8 Pizzen pro Viertelstunde. Bestellungen auf Zeitfenster zu verteilen bringt mehr als Werbung.

Verändern Lieferplattformen die Rechnung?

Ja. Eine Provision von rund 30 % kostet etwa 3 € Deckungsbeitrag pro Pizza für 10 €. Laufen 30 % der Bestellungen über die Plattform, brauchen Sie 15 bis 20 % mehr Pizzen pro Tag für denselben Gewinn.

Quellen