Eine Pizzeria starten, ohne von Lieferdiensten abzuhängen

Aktualisiert am 14. September 20268 Min. LesezeitRomain Ferrand — Pizzaiolo, 12 Jahre im Foodtruck und im Restaurant

Ganz ohne Plattformen zu eröffnen ist meistens ein Fehler — sie sind das günstigste Marketing, das eine neue Pizzeria je kaufen wird. Die tragfähige Variante ist, bewusst einzusteigen, für einen klaren Zweck, mit einem Plan, die Stammgäste später zu verlagern. Erst Reichweite, dann Marge, in dieser Reihenfolge.

Warum „von Anfang an ohne" meist scheitert

Im ersten Monat weiß niemand, dass es Sie gibt. Eine Homepage rankt auf Ihren eigenen Namen, nach dem noch niemand sucht, und Ihr Unternehmensprofil hat keine Bewertungen, über die es ranken könnte. In Deutschland kommt dazu, dass Lieferando rund drei Viertel des Plattformgeschäfts hält: dort nicht zu sein ist keine Haltung, sondern Unsichtbarkeit mit einer Moral daran.

Die Pizzerien, die von Tag eins rein direkt bestehen, haben fast immer etwas anderes, das die Entdeckung übernimmt: ein bestehendes Publikum, eine Lauflage, oder zwei Jahre Marktstand davor.

Eine Reihenfolge, die funktioniert

PhaseWas Sie kaufenWas zu tun ist
Monate 1–3Reichweite, zu jedem PreisAuf die Plattform. Provision als Werbebudget verbuchen.
Monate 3–9WiedererkennungAdresse auf jedem Karton. Karte in jede Tüte. Unternehmensprofil vollständig.
Monate 6–12GewohnheitDirektbestellung live und wirklich gut. Ein Grund dafür, den die App nicht bieten kann.
Jahr 2MargeAufteilung messen. Direktanteil ausbauen. Modell prüfen oder nachverhandeln.

Was vor der Eröffnung stehen muss

  1. Die Domain, auf Ihren Namen. Vor dem Schild, vor den Karten. Zehn Euro.
  2. Das Google-Unternehmensprofil, vollständig. Echte Zeiten, echte Fotos, der Link zur Homepage. Über die Karte finden Sie mehr Leute als über alles andere.
  3. Eine Seite mit Karte, Preisen, Zeiten und klickbarer Telefonnummer. Das ist die ganze Anforderung.
  4. Allergene, schriftlich hinterlegt. Pflicht, und am Anfang weit einfacher aufzusetzen als später nachzurüsten.
  5. Die Adresse auf der Verpackung. Bestellen Sie die Kartons gleich mit Aufdruck. Nachdrucken ist der Preis dafür, jetzt nicht daran gedacht zu haben.

Die eine Entscheidung, die früh fällt

Wenn Sie einen Fahrer haben oder bekommen können, sind die Sätze bei Eigenlieferung dramatisch niedriger — bei Lieferando 13–15 % statt 25–31 %. Diese eine Entscheidung halbiert die Kosten der Aufbauphase mehr als, und sie lässt sich beim Start deutlich leichter einrichten als später umstellen.

Was jeder Bestellweg kostet

Ihre Seite kann vor dem Abendgeschäft online sein

Fünf Minuten. Keine Karte. Und Sie sind online.

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Wie Erfolg nach zwölf Monaten aussieht

Nicht null Plattformbestellungen. Eine gesunde Aufteilung liegt bei etwa halbe-halbe, wobei die Plattformhälfte weiterhin neue Namen bringt und die Direkthälfte aus Leuten besteht, die genau wissen, was sie wollen. Wenn Sie nach einem Jahr bei 90 % Plattform stehen, hat der Umwandlungsschritt nie stattgefunden — und das ist ein Marketingproblem, kein Preisproblem.

Quellen