Foodtruck eröffnen: der komplette Leitfaden

Aktualisiert am 14. September 202614 Min. LesezeitRomain Ferrand — Pizzaiolo, 12 Jahre im Foodtruck und im Restaurant

Um in Deutschland Pizza aus einem Foodtruck zu verkaufen, brauchen Sie drei Dinge, bevor Sie jemanden bedienen: die Gewerbeanmeldung, eine Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz vom Gesundheitsamt, und — wenn Sie ohne festen Betriebssitz an wechselnden Orten stehen — eine Reisegewerbekarte. Für jeden öffentlichen Standort kommt eine Sondernutzungserlaubnis dazu. Rechnen Sie mit 30.000 bis 120.000 € und drei bis neun Monaten Vorlauf.

Gewerbe, Gesundheit, Hygiene

  • Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt, je nach Kommune 20–60 €. Ohne sie existiert der Betrieb formal nicht.
  • Belehrung nach § 43 IfSG vom Gesundheitsamt — für Sie und für jede Person, die mit Lebensmitteln umgeht. Sie muss vor der ersten Tätigkeit vorliegen und wird danach betrieblich regelmäßig wiederholt.
  • Hygieneschulung und HACCP-Eigenkontrolle nach LMHV und Verordnung (EG) Nr. 852/2004, dokumentiert und im Fahrzeug greifbar.
  • Gaststättenerlaubnis — nur, wenn Sie Alkohol ausschenken. Wer Pizza und alkoholfreie Getränke verkauft, braucht sie in der Regel nicht. Das wird häufig falsch erinnert und kostet unnötig Zeit.

Reisegewerbekarte und Sondernutzungserlaubnis

Hier trennen sich zwei Dinge, die oft verwechselt werden — und das Missverständnis kostet Standorte:

ReisegewerbekarteSondernutzungserlaubnis
Was sie erlaubtDas Reisegewerbe an sich auszuübenAuf einer konkreten öffentlichen Fläche zu stehen
Wer sie erteiltDas OrdnungsamtOrdnungsamt oder Tiefbauamt
GeltungPersonenbezogenStandortbezogen und befristet
Kosten150 – 500 € je nach BundeslandEinige hundert bis mehrere tausend € pro Standort und Jahr
VorlaufWochen4 – 8 Wochen

Spannen je nach Bundesland und Kommune, September 2026.

Was der Start kostet

Orientierungsbudget für einen Pizza-Foodtruck in Deutschland
PostenGebraucht / einfachNeu / ausgebaut
Fahrzeug oder Anhänger10.000 – 25.000 €40.000 – 70.000 €
Ofen (Gas oder Holz)3.000 – 7.000 €8.000 – 16.000 €
Knetmaschine, Kühlung, Tresen2.500 – 5.000 €6.000 – 11.000 €
Ausbau und Installationen2.000 – 6.000 €8.000 – 18.000 €
Gewerbeanmeldung20 – 60 €20 – 60 €
Reisegewerbekarte150 – 500 €150 – 500 €
Belehrung § 43 IfSG, Hygieneschulung30 – 150 €30 – 150 €
Versicherungen (Haftpflicht, Fahrzeug)900 – 2.200 € / Jahr1.300 – 3.000 € / Jahr

Orientierungswerte, September 2026. Gesamtinvestition üblicherweise 30.000 – 120.000 €. Fahrzeug und Ofen bestimmen fast die gesamte Spanne.

Die beiden Posten, die das Ergebnis bewegen, sind Fahrzeug und Ofen. Ein solider Gebrauchtwagen mit gebrauchtem Gasofen bringt Sie für unter 35.000 € auf die Straße; dasselbe Geschäft neu aufgebaut kostet das Dreifache und backt dieselbe Pizza.

Der Rest der Mappe

  • Gasprüfung. Flüssiggasanlagen im Fahrzeug brauchen eine wiederkehrende Prüfung durch einen Sachkundigen; Veranstalter und Ämter wollen den Nachweis sehen, bevor Sie aufbauen.
  • Abwasser und Frischwasser in ausreichender Dimension, plus ein separates Handwaschbecken. Das ist die Vorgabe, an der es in der Praxis scheitert.
  • Abfall und Altfett haben eigene Entsorgungswege und Nachweise.
  • Allergene, je Gericht zuordenbar — mündlich nur mit schriftlicher Dokumentation und sichtbarem Hinweis.

Gefunden werden, wenn man sich bewegt

Das schwerste Problem eines Foodtrucks ist nicht das Backen. Es ist, dass Ihre Gäste nicht wissen, wo Sie heute Abend stehen. Zwei Dinge lösen das meiste davon: ein wirklich gepflegtes Google-Unternehmensprofil und eine eigene Seite mit den Standorten dieser Woche und der Karte — ein Link für die Instagram-Bio und für die Seitenwand des Fahrzeugs.

Social-Beiträge verschwinden innerhalb von Stunden im Feed. Eine Seite mit einer festen Adresse nicht, und sie ist das, was eine Suchmaschine tatsächlich lesen kann.

Ihre Seite kann vor dem Abendgeschäft online sein

Fünf Minuten. Keine Karte. Und Sie sind online.

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Quellen