Mehr Online-Bestellungen für die Pizzeria: 7 Hebel
Mehr Online-Bestellungen bekommt eine Pizzeria, wenn der Kunde einen eigenen Vorteil hat: feste Abholzeit, kein Besetztzeichen, keine Servicegebühr wie bei Lieferando, Zahlung per PayPal oder bar bei Abholung. Dann gehört der Link dorthin, wo der Kunde schon ist (QR-Code auf dem Karton, Google-Profil, Ansage) und in jedes Telefonat. Anfangs sind 10–15 % realistisch.
Warum die meisten Pizzeria-Websites kaum Bestellungen bekommen
In französischen Pizzaiolo-Foren beschreiben Betreiber, die ein Bestellsystem gekauft haben, immer dieselben ersten Monate: „ein paar Bestellungen, aber viel zu selten“, manchmal „gar keine Online-Bestellung“. Auf dem Land ruft der Kunde um halb acht an und will „sofort“, und ein System, das auf Vorbestellung ausgelegt ist, wird unhandlich. Ein anderer Betreiber sagt nach drei Jahren Click & Collect, dass der Großteil weiter übers Telefon läuft; ein Laden im selben Thread macht 10–15 % über die eigene Seite. Am Werkzeug lag es nicht.
In Deutschland kommt etwas dazu: Ihre Kunden bestellen längst online, nur eben bei Lieferando. Die Plattform hat hierzulande fast ein Monopol. Sie kämpfen also gegen zwei Gewohnheiten, Telefon und App, und die App ist eine sehr bequeme Gewohnheit.
Pizza ist ein Impulskauf. Man entscheidet um 19 Uhr und will um 19:45 essen. Wenn Ihre Online-Bestellung nur Vorbestellungen gut kann, verpasst sie den größten Teil der Nachfrage. Sie muss zuerst „so schnell wie möglich“ sauber abbilden.
Geben Sie dem Kunden einen Grund, der ihn betrifft
„Ich spare Provision“ ist Ihr Grund. Den Kunden interessiert das nicht. Ihn bewegt, was Telefon und App nicht bieten:
- Eine garantierte Abholzeit. Freitagabend heißt es am Telefon „20 Minuten“, und es werden 40. Online wählt er 20:15 Uhr, und um 20:15 Uhr liegt die Pizza im Karton.
- Direkt bestellen, gleicher Preis, keine Servicegebühr. Lieferando schlägt seit 2025 eine Servicegebühr auf den Bestellwert auf, meist bis knapp 1 € pro Bestellung. Bei Ihnen fällt das weg. Schreiben Sie es auf den Karton.
- Kein Besetztzeichen, kein Missverständnis. Keine „Salami ohne Zwiebeln“, die im Lärm vom Ofen untergeht.
- Bezahlen, wie er will. PayPal und Karte online, aber auch bar bei Abholung. Wer Barzahlung weglässt, verliert in Deutschland Bestellungen.
Ein Zeitfenster ist nur so gut wie seine Einhaltung. Es muss also zu Ihrer echten Kapazität passen: Pizzaioli im Forum nennen 5–8 Pizzen pro Viertelstunde allein, 9–11 mit Hilfe. Darüber muss automatisch das nächste Fenster angezeigt werden.
Ihre Seite kann vor dem Abendgeschäft online sein
Fünf Minuten. Keine Karte. Und Sie sind online.
Jetzt startenStoßzeiten im Griff: Kapazität pro Viertelstunde
Der Link gehört dorthin, wo der Kunde schon ist
Auf den Pizzakarton
Der wirksamste Platz. Der Karton liegt eine Stunde auf dem Couchtisch, genau dann, wenn der Kunde ans nächste Mal denkt. Ein Aufkleber mit QR-Code und kurzer Adresse reicht. Verkaufen Sie den Vorteil („Abholzeit wählen, keine Gebühr“), nicht „Besuchen Sie uns online“.
Ins Google-Unternehmensprofil
Seit Ende Juni 2024 nimmt Google selbst keine Bestellungen mehr an: Der Bestellbutton führt auf eine Website. Tragen Sie im Bereich für Essensbestellungen Ihren eigenen Link ein und legen Sie ihn als bevorzugt fest, getrennt für Abholung und Lieferung. Sonst steht dort oft Lieferando zuerst. Vorsicht: Wer „Bestellungen über Ihr Profil annehmen“ ausschaltet, blendet alle Links aus, auch den eigenen.
Überall sonst
- Anrufbeantworter und Warteschleifen-Ansage.
- Schaufenster, Flyer im Briefkasten, Kassenbons.
- Instagram-Bio, Facebook-Seite, WhatsApp-Status.
Das Telefonskript: Anrufer einzeln umstellen
- Zur Stoßzeit: „Am Telefon sind wir gerade voll. Bestellen Sie auf [kurze Adresse], da wählen Sie Ihre Zeit und kommen an der Schlange vorbei.“
- Ruhige Zeiten: Bestellung aufnehmen, danach den Link per SMS schicken, „fürs nächste Mal“.
- Unterdrückte Nummern: Spaßbestellungen und falsche Adressen sind ein Dauerthema. Der natürliche Moment für: „Von unterdrückten Nummern nehmen wir nur vorab bezahlte Online-Bestellungen an.“
Den echten Sprung sehen Sie am ersten vollen Wochenende, an dem das ganze Team das Skript nutzt. Nicht vorher.
Anreize, die wirken (und solche, die schlecht erziehen)
| Anreiz | Wirkung | Unsere Einschätzung |
|---|---|---|
| 10 % auf Bestellungen vor 16 Uhr | Verlagert online und entzerrt die Spitze | Sehr gut, von einem Forums-Pizzaiolo erprobt |
| Gratis Getränk oder Dessert zur ersten Online-Bestellung | Löst den ersten Versuch aus | Gut, Kosten begrenzt |
| Treuepunkte nur online | Holt Kunden über den richtigen Kanal zurück | Langfristig sehr gut |
| Dauerhaft 10 % online | Kostet Marge bei Kunden, die Sie schon hatten | Vermeiden |
Lieferando nimmt rund 13 % Provision, wenn Sie selbst ausliefern, und rund 30 %, wenn Lieferando-Fahrer fahren. Prüfen Sie Ihren Vertrag, bevor Sie direkt günstiger anbieten. Wo es erlaubt ist, ist ein niedrigerer Direktpreis der stärkste Hebel; schon der Satz „gleicher Preis, keine Servicegebühr“ zieht viele herüber.
Treuekarte in der Pizzeria: was funktioniert
Online bestellen muss schneller sein als anrufen
Machen Sie den Test: Handy raus, auf der eigenen Seite bestellen, Zeit stoppen. Dauert es länger als eine Minute, gewinnt das Telefon. Was es braucht:
- Drei Klicks bis zum Warenkorb, kein Pflicht-Kundenkonto.
- Fotos und Allergenkennzeichnung sichtbar, kein PDF.
- Das tatsächlich nächste freie Zeitfenster, sofort angezeigt.
- PayPal, Karte, Apple Pay und Barzahlung bei Abholung.
Eine Speisekarte, die auf dem Handy funktioniert
Den Wechsel messen
Notieren Sie jede Woche den Anteil der Online-Bestellungen und woher sie kommen (QR-Code auf dem Karton, Google, Flyer). Ein eigener Link pro Kanal genügt. Was Sie jede von Lieferando geholte Bestellung spart, zeigt unser Provisionsrechner.
Häufige Fragen
Wie viele Bestellungen einer Pizzeria können online laufen?
Das schwankt stark. Eine Pizzeria im Forum meldet 10–15 % über die eigene Seite, das Telefon blieb nach drei Jahren dominant. Wer den Link am Telefon und auf dem Karton anbietet, schneidet deutlich besser ab als wer nur eine Website hat.
Soll ich Rabatt für Online-Bestellungen geben?
Ein zeitlich begrenzter wirkt: 10 % vor 16 Uhr entzerrt zusätzlich die Spitze. Besser ein Geschenk zur ersten Bestellung oder Treuepunkte nur online als ein Dauerrabatt. Prüfen Sie vorher Preisklauseln in Plattformverträgen.
Wie hole ich Kunden von Lieferando zur Direktbestellung?
Über den Karton: QR-Code mit „direkt bestellen, keine Servicegebühr“. Dazu den eigenen Link als bevorzugt im Google-Profil und ein Treueprogramm, das es nur direkt gibt. Die Plattform zu verlassen ist dafür nicht nötig.
Kann man bei Google noch direkt bestellen?
Nein. Seit Juni 2024 führt der Bestellbutton auf eine Website. Tragen Sie Ihren Link im Unternehmensprofil ein und setzen Sie ihn als bevorzugt, damit nicht der einer Plattform erscheint.
Online-Bestellungen annehmen, Schritt für Schritt